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POLITIK

Make America Cash Again: Trump entdeckt den Seniorenrabatt an der Wahlurne

admin · 03.10.2026 · 2 Min. Lesezeit
Grafik: Trump und der große Demokratie-Cashback
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In Washington wurde offenbar eine revolutionäre neue Form der Gesundheitspolitik entwickelt: Statt komplizierter Reformen gibt es Geld. Nicht sehr viel Geld. Aber immerhin genug, damit der Briefumschlag beim Öffnen kurz so aussieht, als hätte die Regierung einen Plan.

Donald Trump hat angekündigt, älteren Amerikanern eine einmalige Zahlung zukommen zu lassen, um sie bei ihren Medicare-Kosten zu entlasten. Das Geld stammt aus einem dafür vorgesehenen Medicare-Fonds. Dass die Auszahlung ausgerechnet kurz vor den Kongresswahlen erfolgt, ist vermutlich einer jener kosmischen Zufälle, die in Washington traditionell häufiger auftreten als anderswo.

Das politische Konzept dahinter könnte unter dem Arbeitstitel „Make Oma solvent again“ laufen.

Statt einer langen Rede über Gesundheitskosten kommt demnächst einfach eine Überweisung. Dazu fehlt eigentlich nur noch eine kleine Grußkarte:

„Liebe Seniorin, lieber Senior, hier ist ein bisschen Geld. Rein zufällig findet demnächst Demokratie statt. Ihr Donald.“

Damit erreicht die amerikanische Wahlkampfkunst eine neue Entwicklungsstufe. Früher mussten Politiker Rentnerheime besuchen, Hände schütteln und versprechen, sich „wirklich zu kümmern“. Heute erledigt das die Buchhaltung.

Besonders faszinierend ist die Größenordnung der politischen Verheißungen. Denn Trump hat bereits eine erheblich größere Ausschüttung für erwachsene Amerikaner ins Spiel gebracht, sollte seine Partei die Mehrheit im Kongress behalten. Damit nähert sich der Wahlkampf endgültig dem Geschäftsmodell eines Elektronikmarkts:

„Mehrheit sichern – Prämie kassieren!“

Fehlt nur noch: „Nicht kombinierbar mit anderen Regierungsformen. Solange der Vorrat an Staatsverschuldung reicht.“

Ökonomen dürften bei solchen Ideen ungefähr jene Gesichtszüge entwickeln, die ein Brandschutzbeauftragter bekommt, wenn jemand fragt, ob man das Archiv nicht mit einem Flammenwerfer beheizen könne. Denn wenn Millionen Menschen große Schecks bekommen sollen, muss das Geld irgendwo herkommen. Der Staat verfügt schließlich nicht über einen geheimen Geldspeicher, in dem Dagobert Trump nachts zwischen Goldmünzen Rückenschwimmen übt.

Doch politische Romantik lebt bekanntlich davon, Details erst dann zu klären, wenn die Wahlplakate wieder abgehängt sind.

So könnte der amerikanische Wahlkampf bald endgültig vom politischen Wettbewerb zum Bonusprogramm werden. Demokraten verteilen Programme, Republikaner diskutieren Dividenden, und die Wähler fragen beim Betreten des Wahllokals vorsichtshalber:

„Muss ich meine Kundenkarte vorzeigen?“

Vielleicht wird die Demokratie irgendwann komplett modernisiert. Keine Wahlprogramme mehr, keine Fernsehduelle, keine komplizierten Steuerkonzepte.

Nur noch zwei Geldautomaten vor dem Wahllokal.

Über dem einen steht: Politik.

Über dem anderen: Cashback.

Und irgendwo dazwischen sitzt Uncle Sam, kontrolliert seinen Kontostand und flüstert:

„Ich hätte vielleicht doch die Punkte sammeln sollen.“

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