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POLITIK

Trump verspricht jedem 5000 Dollar – Rechnung bitte später

admin · 10.09.2026 · 2 Min. Lesezeit
Grafik: Trump schenkt Amerika 5000 Dollar – theoretisch
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Donald Trump hat eine revolutionäre Methode entdeckt, Wähler von den Republikanern zu überzeugen: Geld.

Nicht Steuersenkungen. Nicht Wachstum. Nicht komplizierte Reformprogramme.

Einfach 5000 Dollar.

Beim Parteitag der Republikaner versprach Trump jedem erwachsenen Amerikaner eine „Trump-Dividende“ von 5000 Dollar, falls die Republikaner ihre Mehrheiten im Kongress verteidigen.

Demokratie bekommt damit endlich ein Bonusprogramm.

Republican Rewards™: Einmal richtig wählen, 5000 Dollar kassieren.

Politikwissenschaftler prüfen bereits, ob sich Wahlen künftig mit Payback kombinieren lassen. Für zwei republikanische Senatoren gibt es möglicherweise 500 Extrapunkte, bei vollständiger republikanischer Kongressmehrheit einen kostenlosen Cheeseburger.

Das Problem ist lediglich diese lästige Erfindung namens Mathematik.

In den USA leben mehr als 245 Millionen Erwachsene. Multipliziert mit 5000 Dollar ergibt das eine Summe von deutlich über einer Billion Dollar.

Das ist selbst für Washington jene Größenordnung, bei der Taschenrechner kurz „LOL“ anzeigen müssten.

Trump verkauft die Idee als Gewinnbeteiligung am wirtschaftlichen Erfolg Amerikas. Das klingt hervorragend.

Nur gibt es ein kleines Detail: Die US-Regierung erwirtschaftet derzeit keinen klassischen Unternehmensgewinn, sondern Defizite. Der Schuldenberg hat die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten.

Die „Trump-Dividende“ wäre damit ungefähr so, als würde jemand mit 300.000 Euro Schulden seine Familie ins Wohnzimmer rufen und verkünden:

„Fantastische Nachrichten! Jeder bekommt 5000 Euro Gewinnbeteiligung!“

„Aber Papa, wir sind pleite.“

„NEGATIVE FAKE ACCOUNTING!“

Besonders schön ist die Bedingung, dass das Geld in Amerika ausgegeben werden soll.

Damit entsteht ein perfekter Wirtschaftskreislauf:

Die Regierung leiht sich Geld.

Sie verteilt es an Bürger.

Die Bürger kaufen Produkte.

Unternehmen verdienen.

Der Staat kassiert Steuern.

Und stellt anschließend überrascht fest, dass die Billion immer noch weg ist.

Das könnte als Trumponomics Deluxe in zukünftige Wirtschaftslehrbücher eingehen.

Interessant wäre auch die praktische Umsetzung.

Jeder Erwachsene bekommt einen Scheck über 5000 Dollar, möglicherweise mit Trumps Unterschrift, Porträt und einem kleinen Hinweis:

„Dieser Wohlstand wurde Ihnen präsentiert von Ihren zukünftigen Enkelkindern.“

Denn irgendwoher muss das Geld kommen.

Vielleicht ließe sich die Billion einfach auf die Staatsschulden schlagen. Bei mehr als 40 Billionen Dollar fällt eine weitere schließlich kaum auf.

Das ist die finanzpolitische Variante von: Wenn bereits 40 Elefanten im Wohnzimmer stehen, macht der 41. den Teppich auch nicht mehr kaputt.

Ob die Trump-Dividende jemals kommt, ist ohnehin ungewiss. Ähnliche Versprechen gab es bereits.

Aber darum geht es im Wahlkampf schließlich nicht.

Ein Wahlversprechen muss nicht zwingend finanzierbar sein.

Es muss nur bis zum Wahltag halten.

Und 5000 Dollar pro Wähler sind dafür ausgesprochen stabil.

Die Rechnung kommt traditionell erst nach der Wahl.

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