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POLITIK

Kreml-Fernbedienung: Magdeburg drückt auf Moskau

admin · 08.10.2026 · 3 Min. Lesezeit
Grafik: AfD und BSW auf gemeinsamer Kreml-Frequenz?
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Kaum ist der neue Landtag von Sachsen-Anhalt arbeitsfähig, geschieht politisch Bemerkenswertes: AfD und BSW finden zueinander. Ausgerechnet bei Russland, Sanktionen und Ukraine-Hilfen.

Belege dafür, dass Wladimir Putin persönlich irgendwo im Kreml auf einem goldenen Sofa sitzt und mit einer Fernbedienung die Magdeburger Landespolitik steuert, gibt es natürlich nicht.

Das Kopfkino liefert trotzdem ein bemerkenswert schlüssiges Regierungsmodell.

Putin sitzt vor einer gigantischen Schalttafel. Darauf befinden sich Knöpfe wie „Sanktionen abschaffen“, „Ukraine-Hilfe stoppen“, „NATO doof finden“ und „Mehr Diplomatie fordern“. Daneben zwei große Regler: AfD und BSW.

Putin dreht beide auf dieselbe Frequenz.

Klack.

Magdeburg meldet: gemeinsamer Antrag.

Der Kreml-Techniker schaut verblüfft auf seine Instrumente.

„Chef, beide empfangen!“

Putin nickt zufrieden und drückt auf „Bundesrat“.

Parteien können selbstverständlich ganz ohne Moskauer Bedienpersonal ähnliche Positionen vertreten. Doch wenn zwei politische Formationen beim Thema Russland unabhängig voneinander denselben Sender einstellen, stellt sich zumindest die Frage, warum aus beiden Lautsprechern plötzlich Radio Kreml – die größten Friedenshits läuft.

Der gemeinsame Vorstoß soll deutsche Ukraine-Hilfen und Sanktionen grundsätzlich infrage stellen und über Sachsen-Anhalt hinaus politische Wirkung entfalten.

Damit wäre auch das Magdeburger Außenministerium für Weltfrieden und eigentlich fremde Zuständigkeiten wieder voll einsatzfähig.

Die Behörde dürfte inzwischen beträchtliche Ausmaße angenommen haben.

Neben dem Referat für sofortigen Weltfrieden existiert dort die Abteilung für Sanktionsabschaffung und wirtschaftliche Wiederannäherung, außerdem das Bundesratskommando für geopolitische Fernwirkung sowie das besonders geheimnisvolle:

Referat K – Kommunikation mit Stellen, mit denen selbstverständlich keinerlei Kommunikation besteht.

Das Referat verfügt über ein rotes Telefon.

Es klingelt niemals.

Trotzdem weiß anschließend erstaunlicherweise jeder, was zu tun ist.

Im Keller arbeitet derweil das Amt für strategische Friedenssignale. Dort werden rund um die Uhr politische Signale hergestellt, sorgfältig verpackt und Richtung Berlin geschickt. Bislang kamen allerdings sämtliche Pakete mit dem Vermerk zurück:

„Empfänger für Weltpolitik nicht zuständig: Absender ebenfalls nicht.“

Besonders praktisch: Sollte jemand fragen, ob AfD und BSW mit ihrem Vorstoß russischen Interessen entgegenkommen, kann das Magdeburger Außenministerium sofort erklären, es gehe ausschließlich um Frieden.

Das wirkt ungefähr so, als würde jemand sämtliche Feuerlöscher aus einem brennenden Haus tragen und verkünden, er wolle endlich die aggressive Löschspirale durchbrechen.

Währenddessen sitzt der selbstverständlich rein hypothetische Putin weiterhin vor seiner Fernbedienung.

Taste „Waffenhilfe stoppen“: gedrückt.

Taste „Sanktionen weg“: gedrückt.

Taste „wirtschaftliche Beziehungen normalisieren“: gedrückt.

Taste „Köthen statt Kiew“: maximale Leistung.

Im Magdeburger Außenministerium springen gleichzeitig sämtliche Kontrollleuchten auf Rot.

Ein Staatssekretär rennt durch den Flur.

„Wir haben ein Signal aus dem Osten!“

„Moskau?“

„Nein, der Antrag wurde als PDF verschickt.“

Kurz darauf schaut Putin irritiert auf die Bedienungsanleitung seiner vermeintlichen Fernsteuerung.

Dort steht:

„Dieses Gerät erzeugt lediglich Symbolpolitik. Für tatsächliche Entscheidungen wenden Sie sich bitte an Berlin, Brüssel und die internationale Realität.“

Im Kreml herrscht betretenes Schweigen.

Da verfügt man angeblich schon über eine politische Fernbedienung für Deutschland – und bekommt am Ende lediglich einen Landtagsantrag aus Magdeburg.

Putin nimmt das Gerät auseinander.

Keine Antenne.

Kein Sender.

Nicht einmal Batterien.

Der Kreml-Techniker untersucht die Platine, schüttelt den Kopf und sagt:

„Genosse Präsident, wir haben ein Problem.“

„Was denn?“

„Das Ding ist gar nicht angeschlossen.“

Putin blickt nach Magdeburg, wo AfD und BSW trotzdem gemeinsam auf „Ukraine-Hilfe stoppen“, „Sanktionen abschaffen“ und „Beziehungen zu Russland normalisieren“ drücken.

Dann legt er die nutzlose Fernbedienung langsam auf den Tisch.

Und lächelt.

Denn plötzlich wird klar:

Die wirklich beunruhigende Frage ist nicht, ob der Kreml AfD und BSW fernsteuert.

Sondern warum er dafür überhaupt eine Fernbedienung bräuchte.

In Moskau wird daraufhin das zuständige Referat geschlossen.

Begründung:

„Automatikbetrieb läuft.“

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