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POLITIK

America First beim Rind: Das Steak darf jetzt einreisen

admin · 28.08.2026 · 2 Min. Lesezeit
Grafik: America First – außer beim amerikanischen Rind
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In den Vereinigten Staaten ist eine neue Phase der patriotischen Wirtschaftspolitik angebrochen: America First – außer beim Rindfleisch.

US-Präsident Donald Trump will die massiv gestiegenen Preise für Hamburger und Steaks senken und lässt deshalb vorübergehend zusätzlich 300.000 Tonnen mageres Rindfleisch zu günstigeren Zollbedingungen ins Land.

Das ist ungefähr so, als würde man eine Kampagne gegen ausländische Autos starten und anschließend feststellen, dass der Präsident dringend einen Toyota braucht.

Der Hintergrund ist ernst: Dürren und Waldbrände haben den amerikanischen Rinderbestand auf den niedrigsten Stand seit 75 Jahren gedrückt. Entsprechend teuer wird das Fleisch.

Amerikas Verbraucher stehen deshalb inzwischen an der Fleischtheke und fragen beim Blick auf ein Steak nicht mehr:

„Wie lange muss das auf den Grill?“

Sondern:

„Bieten Sie Finanzierung an?“

Trump reagiert nun mit einer Methode, die in der Wirtschaftspolitik als strategisches Gegenteil von gestern bekannt ist.

Nachdem seine Regierung jahrelang erklärte, Importe seien ungefähr das wirtschaftliche Gegenstück zu Fußpilz, lautet die neue Erkenntnis:

Importe sind schlecht. Außer sie machen den Burger billiger. Dann sind sie fantastisch.

Die amerikanischen Viehzüchter reagieren entsprechend begeistert.

Also ungefähr so begeistert wie ein Taxifahrer über die staatlich geförderte Einführung kostenloser Uber-Fahrten.

Der Bauernverband American Farm Bureau Federation warnt, die zusätzlichen Importe könnten Amerikas Viehzüchter schwächen. Auch republikanische Senatoren aus klassischen Rinderstaaten protestieren.

Besonders delikat: Viele dieser Farmer gehören zu Trumps treuesten MAGA-Anhängern.

Damit lautet die neue politische Botschaft offenbar:

Make America Great Again – bitte nehmen Sie dazu 300.000 Tonnen Auslandshack.

Die Regierung verspricht währenddessen, langfristig natürlich die amerikanische Rinderproduktion zu stärken.

Das Konzept ist bestechend:

Phase eins: Mehr ausländisches Rindfleisch importieren.

Phase zwei: Amerikanischen Viehzüchtern erklären, dass dies zu ihrem Besten geschieht.

Phase drei: Warten, bis jemand versteht, wie Phase eins zu Phase zwei passt.

Zusätzliche Eleganz erhält die Strategie dadurch, dass die USA zuvor Viehimporte aus Mexiko wegen einer Tierseuche eingeschränkt hatten und nun Grenzübergänge schrittweise wieder öffnen.

Das Rind erlebt damit gegenwärtig eine kompliziertere amerikanische Einwanderungspolitik als manche Menschen.

Politisch kommt die Aktion jedenfalls genau rechtzeitig. Im November finden Zwischenwahlen statt, und hohe Lebensmittelpreise sind selten ein erfolgreicher Wahlkampfslogan.

„Vier weitere Jahre – jetzt mit 14-Dollar-Hackfleisch“ besitzt selbst in Washington begrenztes Mobilisierungspotenzial.

Also soll das Steak billiger werden.

Woher das Rind stammt, ist dabei offenbar zweitrangig.

Hauptsache, der Burger ist amerikanisch.

Notfalls durch Einbürgerung auf dem Grill.

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