Name: Elon Reeve Musk
Geboren: 28. Juni 1971 in Pretoria, Südafrika
Beruf: Unternehmer, Tech-Milliardär, Raketenbauer, Plattformbesitzer und hauptberuflicher Internetkommentar mit Firmenbeteiligungen
Bekannt durch: Tesla, SpaceX, X, xAI, Neuralink und die bemerkenswerte Weigerung, sich für nur eine Branche zu interessieren
Spezialgebiet: Disruption
Kommunikationsabteilung: Smartphone
Lieblingsbuchstabe: X
Langfristiges Ziel: Mars
Kurzfristiges Ziel: Vermutlich gerade online jemanden korrigieren
Frühe Jahre – normales Leben erfolgreich vermieden
Elon Musk wurde 1971 in Pretoria geboren.
Schon früh interessierte er sich für Computer und Technik.
Andere Kinder wollten Feuerwehrmann, Pilot oder Astronaut werden.
Musk dachte offenbar:
„Warum entscheiden?“
So begann eine Karriere, bei der ein einzelner Mensch inzwischen mehr Branchen gleichzeitig bearbeitet als manche Wirtschaftsfakultät in einem Semester.
Er wanderte über Kanada in die USA aus, studierte und gründete Unternehmen.
Sein berufliches Grundprinzip wurde schnell deutlich:
Wenn irgendwo eine etablierte Industrie existiert, steht vermutlich irgendwann Elon Musk davor und fragt:
„Warum macht ihr das so?“
Die Industrie erklärt es.
Musk hört drei Minuten zu.
Dann:
„Falsch.“
Das Internet und das erste große Geld
Musk gehörte zu den Unternehmern des frühen Internetbooms und war unter anderem an Unternehmen beteiligt, aus deren Entwicklung schließlich PayPal hervorging.
Damit verdiente er sehr viel Geld.
Normale Menschen hätten anschließend vielleicht ein Haus gekauft.
Ein Boot.
Eine schöne Espressomaschine.
Elon Musk kaufte sich sinngemäß die Möglichkeit, Raketen explodieren zu lassen.
Das unterscheidet Unternehmer von Unternehmern.
SpaceX – wenn die Erde nicht reicht
2002 gründete Musk SpaceX.
Das Ziel:
Raumfahrt günstiger machen und langfristig Menschen zum Mars bringen.
Denn offenbar betrachtete Musk die Erde und dachte:
„Zu wenig Projekte.“
SpaceX entwickelte wiederverwendbare Raketen und wurde zu einem bedeutenden Akteur der Raumfahrt.
Raketen landen heute teilweise wieder aufrecht.
Das ist technisch beeindruckend.
Vor Musk galt eine Rakete im Wesentlichen als sehr teures Gerät, das man anzündet und anschließend nie wiedersieht.
Musk fragte:
„Kann die nicht zurückkommen?“
Ingenieure:
„Theoretisch …“
Musk:
„Super. Montag.“
So stellt man sich zumindest seine Projektplanung vor.
Tesla – Auto fahren mit Software-Update
Musk wurde zum prägenden Gesicht von Tesla und machte Elektroautos zu einem zentralen Bestandteil seiner öffentlichen Marke.
Tesla zeigte der Autoindustrie, dass ein Fahrzeug nicht zwingend 46 Knöpfe benötigt.
Stattdessen kann man fast alles in einen Bildschirm packen.
Das besitzt einen entscheidenden Vorteil:
Wenn man während der Fahrt etwas sucht, bekommt man kostenlos das Erlebnis eines kleinen Escape Rooms.
Auch das Software-Update hielt Einzug ins Automobil.
Früher brachte man sein Auto in die Werkstatt.
Heute wacht man morgens auf und das Fahrzeug hat neue Funktionen.
Vielleicht.
Oder die Symbole sehen anders aus.
Fortschritt.
Musk und der Buchstabe X
Elon Musk liebt den Buchstaben X.
Wie sehr?
Sehr.
Firmen.
Produkte.
Projekte.
Plattformen.
X.
xAI.
SpaceX.
Der Mann behandelt das Alphabet offenbar wie einen ineffizienten Staatsapparat:
25 Buchstaben können weg.
X reicht.
2022 kaufte Musk Twitter für rund 44 Milliarden US-Dollar und benannte die Plattform später in X um.
Twitter war eine der bekanntesten Marken des Internets.
Der blaue Vogel war weltweit bekannt.
Musk sah ihn an und dachte offenbar:
„Zu verständlich.“
Also:
Vogel weg.
Name weg.
X hin.
Marketingexperten weltweit spürten gleichzeitig einen stechenden Schmerz in der Brust.
Der Kauf von Twitter
Der Twitter-Kauf gehört zu den bemerkenswertesten Unternehmensgeschichten der jüngeren Zeit.
Musk wollte Twitter kaufen.
Dann wollte er möglicherweise doch nicht.
Twitter wollte nun aber verkauft werden.
Es folgte ein Rechtsstreit.
Am Ende kaufte Musk Twitter.
Das war ungefähr die milliardenschwere Variante von:
„Ich wollte nur mal gucken.“
Nach der Übernahme folgten massive Veränderungen.
Personalabbau.
Neue Regeln.
Neue Verifikationsmodelle.
Neuer Name.
Neue Strategie.
Neue Diskussionen.
Wer morgens wissen wollte, was auf Twitter – Entschuldigung, X – passiert, musste im Grunde warten, bis Elon aufgewacht war.
Elon Musk – Kundenservice persönlich
Normalerweise besitzen Unternehmen Kommunikationsabteilungen.
Tesla hat Kommunikation.
SpaceX hat Kommunikation.
X hat Kommunikation.
Aber Elon Musk besitzt zusätzlich:
Elon Musk.
Und Elon Musk kommuniziert.
Sehr viel.
Ein CEO schreibt normalerweise:
„Wir freuen uns, unsere strategische Weiterentwicklung bekanntzugeben.“
Musk:
„Interesting.“
Zwei Stunden später:
„Looking into it.“
Drei Stunden später hat die Börse möglicherweise Milliarden bewegt und 17 Wirtschaftsjournalisten wurden aus dem Bett telefoniert.
Andere CEOs besitzen Pressesprecher.
Musk besitzt WLAN.
Künstliche Intelligenz
Natürlich beschäftigt sich Musk auch mit KI.
Denn nachdem Autos, Raketen, Satelliten, soziale Netzwerke und Gehirnchips auf der Liste standen, fehlte offenbar noch:
Intelligenz selbst.
Mit xAI gründete Musk ein KI-Unternehmen.
Der Name überrascht niemanden.
Hätte Musk eine Bäckerei, hieße sie vermutlich:
xBread.
Ein Krankenhaus:
xHealth.
Ein Tierheim:
SpaceXDogAI.
Seine Beerdigung irgendwann:
Xit.
Neuralink – Update fürs Gehirn
Mit Neuralink beschäftigt sich Musk außerdem mit Gehirn-Computer-Schnittstellen.
Das ist technologisch faszinierend.
Und gleichzeitig die konsequente Fortsetzung seiner Karriere.
Erst Software aktualisieren.
Dann Autos aktualisieren.
Dann Plattformen aktualisieren.
Irgendwann schaut Musk auf das menschliche Gehirn und fragt:
„Welche Version läuft darauf?“
Mensch:
„Äh …“
Musk:
„Legacy.“
Für traditionelle IT-Abteilungen dürfte allein dieser Gedanke reichen, um kollektiv Urlaub einzureichen.
Starlink – Internet aus dem Himmel
Mit Starlink betreibt SpaceX eine riesige Satellitenkonstellation für Internetzugänge.
Damit hat Musk inzwischen sogar Infrastruktur im Orbit.
Das ist ein bemerkenswerter Zustand.
Früher musste ein Milliardär Eisenbahnen besitzen, um wirklich mächtig zu wirken.
Heute besitzt er Satelliten.
Wenn dein WLAN funktioniert, könnte Elon beteiligt sein.
Wenn es nicht funktioniert, wahrscheinlich der Router.
Noch.
Musk und die Politik
In den vergangenen Jahren mischte sich Musk zunehmend in politische Debatten ein und wurde zu einer hochpolitischen öffentlichen Figur.
Das ist bemerkenswert, weil sein Terminkalender bereits ungefähr so aussehen müsste:
08:00 Tesla
09:00 SpaceX
10:00 Starlink
11:00 xAI
12:00 Neuralink
13:00 X
14:00 Weltpolitik kommentieren
15:00 Mars kolonisieren
Andere Menschen schaffen es nicht einmal, gleichzeitig Wäsche zu waschen und eine Steuererklärung auszufüllen.
Musk beteiligt sich währenddessen an geopolitischen Debatten zwischen zwei Raketenstarts.
Effizienz.
Das politische Musk-Prinzip
Seine politische Kommunikation folgt gelegentlich einem einfachen Schema:
Jemand schreibt etwas.
Musk antwortet.
Millionen Menschen lesen es.
Journalisten berichten darüber.
Politiker reagieren.
Musk antwortet wieder.
Plötzlich diskutiert ein halber Kontinent über einen Post, der ursprünglich vielleicht aus drei Wörtern und einem Emoji bestand.
Das ist möglicherweise die höchste Form digitaler Hebelwirkung.
Andere Menschen benötigen für internationale Aufmerksamkeit eine Regierungserklärung.
Musk braucht:
„Wow.“
Musk und Donald Trump
Auch das Verhältnis zu Donald Trump machte Musk zeitweise zu einem unmittelbaren Akteur der US-Politik.
Die Kombination besitzt eine gewisse physikalische Eleganz.
Trump verfügt über enormes Selbstbewusstsein.
Musk ebenfalls.
Trump liebt öffentliche Aufmerksamkeit.
Musk ebenfalls.
Trump besitzt eine eigene Social-Media-Geschichte.
Musk besitzt gleich die Plattform.
Wenn beide einen Raum betreten, dürfte das verfügbare Ego pro Quadratmeter Werte erreichen, für die normalerweise eine Baugenehmigung erforderlich wäre.
Typischer Arbeitstag
05:30 Uhr: Aufwachen.
05:31 Uhr: X öffnen.
Erster Fehler des Tages.
05:35 Uhr: Weltpolitik kommentieren.
06:00 Uhr: Tesla.
07:00 Uhr: Rakete.
08:00 Uhr: Satelliten.
09:00 Uhr: KI.
10:00 Uhr: Gehirnchip.
11:00 Uhr: Tweet lesen.
11:01 Uhr: Es heißt Post.
11:02 Uhr: Antwort schreiben.
11:03 Uhr: Internationale Schlagzeile.
12:00 Uhr: Mittagessen möglicherweise vergessen.
13:00 Uhr: Mars.
14:00 Uhr: Mitarbeiter fragt nach Prioritäten.
14:01 Uhr: „Yes.“
15:00 Uhr: Neue Produktidee.
15:15 Uhr: Ingenieure erfahren davon über X.
16:00 Uhr: Regierung kritisieren.
17:00 Uhr: Regulierung kritisieren.
18:00 Uhr: Firma gründen, die das Problem lösen soll.
19:00 Uhr: Buchstaben für Firmennamen suchen.
19:01 Uhr: X.
Erledigt.
Besondere Fähigkeiten
Elon Musk kann gleichzeitig Unternehmer, Ingenieur-Ikone, Internetfigur, Plattformbesitzer, politischer Kommentator und Auslöser einer internationalen Schlagzeile sein.
Seine vielleicht größte Fähigkeit besteht darin, einen völlig normalen Dienstag wie den Beginn eines Science-Fiction-Films aussehen zu lassen.
Rakete landet.
Auto fährt.
Satellit startet.
KI antwortet.
Gehirnchip funktioniert.
Elon postet.
Letzteres verursacht die meisten Presseanfragen.
Das Musk-Unternehmensprinzip
Ein normales Unternehmen identifiziert ein Marktsegment.
Musk identifiziert eine Zivilisation.
Transport?
Tesla.
Raumfahrt?
SpaceX.
Internet?
Starlink.
Kommunikation?
X.
KI?
xAI.
Gehirn?
Neuralink.
Mars?
In Bearbeitung.
Man wartet eigentlich nur darauf, dass er morgens feststellt:
„Ozeane sind ineffizient.“
Drei Wochen später wird OceanX gegründet.
Lebensmotto
„Warum ein Problem lösen, wenn man gleichzeitig sieben Industrien, drei Regierungen und das Internet beschäftigen kann?“
Kurzprofil
Elon Musk ist Milliardär, Unternehmer, Plattformbesitzer und wandelnde Push-Benachrichtigung.
Er baut Elektroautos für die Erde.
Raketen für den Weltraum.
Satelliten für das Internet.
KI für Computer.
Chips für Gehirne.
Und Posts für Journalisten, die eigentlich Feierabend machen wollten.
Andere Unternehmer bauen Konzerne.
Musk baut offenbar einen Technologie-Adventskalender für die gesamte Menschheit.
Hinter jedem Türchen steckt etwas Neues.
Auto.
Rakete.
Roboter.
Satellit.
KI.
Gehirnchip.
Politischer Streit.
Und hinter Türchen 24:
Mars.
Vielleicht lässt sich Elon Musks Karriere deshalb am besten mit einem einzigen Dialog erklären:
Menschheit: „Elon, könntest du dich bitte auf eine Sache konzentrieren?“
Musk: „Sure.“
Kurze Pause.
Musk: „Welche sieben?“




