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POLITIK

Sachsen-Anhalt wird Weltmacht: Wenn sogar Trump und Musk die Balken verfolgen

admin · 07.09.2026 · 2 Min. Lesezeit
Grafik: Trump und Musk entdecken plötzlich Sachsen-Anhalt
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MAGDEBURG/WASHINGTON/IRGENDWO ZWISCHEN TESLA UND MARS – Deutschland hat möglicherweise ein Problem. Nicht unbedingt deshalb, weil die AfD die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gewonnen hat. Sondern weil sich inzwischen Menschen dafür interessieren, die normalerweise Raketen starten, Weltpolitik betreiben oder sich selbst für historische Ereignisse halten.

Elon Musk gratulierte der AfD zum Wahlsieg mit einem knappen „Gut gemacht!“.

Das klingt zunächst wie die Bewertung eines Grundschullehrers für ein ordentlich ausgemaltes Arbeitsblatt.

Nur dass der Absender der reichste Mensch der Welt ist und der Empfänger eine Partei, deren Erfolg die deutsche Politik gerade neu sortiert.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bedankte sich prompt auf Englisch für die „Unterstützung“ und stellte eine „starke und konstruktive Zusammenarbeit“ in Aussicht, sollte seine Partei Verantwortung übernehmen.

Damit dürfte Sachsen-Anhalt außenpolitisch endgültig in einer Liga angekommen sein, die bislang China, Indien und gelegentlich dem Mars vorbehalten war.

Im Wirtschaftsministerium von Magdeburg wird vermutlich bereits hektisch geprüft, ob Tesla außer Elektroautos möglicherweise auch Batteriefabriken für Harzer Roller baut.

Doch dann meldete sich auch Donald Trump.

Der US-Präsident veröffentlichte auf Truth Social kurzerhand eine Hochrechnung aus Sachsen-Anhalt.

Ohne Kommentar.

Einfach Balken.

Das ist bemerkenswert. Früher musste Sachsen-Anhalt jahrelang Imagekampagnen finanzieren, damit außerhalb Deutschlands überhaupt jemand wusste, wo es liegt. Jetzt sitzt möglicherweise der Präsident der Vereinigten Staaten in Amerika und betrachtet um 14 Uhr Ostküstenzeit Prozentwerte aus Magdeburg.

Geopolitisch fehlt eigentlich nur noch, dass Xi Jinping die Zweitstimmenergebnisse aus dem Burgenlandkreis analysiert.

Besonders schön: Trump postete ungefähr im gleichen Nachrichtenstrom auch ein Bild mit der Aussage, er werde als größter Präsident aller Zeiten in die Geschichte eingehen.

Damit standen Sachsen-Anhalt und die historische Bedeutung Donald Trumps zeitweise praktisch gleichberechtigt im digitalen Weltgeschehen.

Das schafft nicht jeder Flächenstaat.

Für die deutsche Politik sollte die internationale Aufmerksamkeit allerdings Anlass sein, genauer hinzusehen. Denn wenn amerikanische Milliardäre und Präsidenten deutsche Regionalwahlen öffentlich aufgreifen, ist eine Landtagswahl längst nicht mehr ausschließlich eine Angelegenheit zwischen Magdeburg, Halle und dem MDR-Wahlstudio.

Vielleicht braucht Sachsen-Anhalt deshalb künftig ein eigenes Außenministerium.

Referat 1: Berlin.

Referat 2: Washington.

Referat 3: Elon Musk.

Und Referat 4 kümmert sich um den schwierigsten internationalen Partner:

die CDU.

Deutschland wollte Sachsen-Anhalt eigentlich nur eine neue Landesregierung wählen lassen.

Jetzt schauen Trump und Musk zu.

Fehlt eigentlich nur noch die UNO-Wahlbeobachtermission in Dessau.

Dann ist endgültig klar:

Die Lage ist ernst. Sachsen-Anhalt ist international.

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