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POLITIK

Venezuela im Demokratie-Sonderangebot: Nobelpreis abgeben, Öl behalten, Freiheit später liefern

admin · 26.10.2026 · 2 Min. Lesezeit
Satirische Karikatur: Machado feiert ihre Rückkehr nach Venezuela, während Trump stolz ihre Nobelpreis-Medaille umklammert.
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In Venezuela ist die Demokratie zurückgekehrt. Zumindest behauptet Washington das. Und wenn Donald Trump etwas über Demokratie sagt, sollte man aufmerksam zuhören – schließlich ist er weltweit dafür bekannt, Wahlergebnisse mit derselben Begeisterung zu akzeptieren wie eine unangekündigte Steuerprüfung.

Nach der spektakulären Festnahme von Nicolás Maduro haben die USA beschlossen, Venezuela politisch neu einzurichten. Der bisherige Machthaber wurde kurzerhand außer Landes gebracht, die ehemalige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez durfte bleiben, und das Weiße Haus übernahm offenbar die Rolle eines internationalen Immobilienmaklers für Regimewechsel.

Das neue Konzept lautet: Demokratie zum Selberbauen – die Amerikaner liefern die Anleitung, Venezuela stellt das Öl.

Nun ist auch Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado aus dem Exil zurückgekehrt. Außenminister Marco Rubio präsentiert ihre Heimkehr stolz als Ergebnis amerikanischer Versöhnungsgespräche. Das klingt nach diplomatischer Meisterleistung, obwohl die eigentliche Hauptdarstellerin bei den Verhandlungen gar nicht mit am Tisch saß.

Offenbar funktioniert Versöhnung inzwischen wie eine Überraschungsparty: Alle dürfen mitmachen, außer der Person, um die es eigentlich geht.

Besonders bemerkenswert ist Machados Verhältnis zu Donald Trump. Die Friedensnobelpreisträgerin überreichte dem amerikanischen Präsidenten ihre Nobelpreis-Medaille. Trump, der schon länger überzeugt ist, dass eigentlich sämtliche internationalen Auszeichnungen automatisch ihm zustehen, dürfte diesen Vorgang als längst überfällige Korrektur eines bedauerlichen Verwaltungsfehlers betrachtet haben.

Machado bekam den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz für die Demokratie. Trump bekam die Medaille. Venezuela bekam weiterhin keinen Wahltermin.

Eine geradezu perfekte amerikanische Arbeitsteilung.

Während Rubio von Versöhnung schwärmt, regiert in Caracas weiterhin eine Politikerin aus Maduros ehemaliger Machtzentrale. Das ist ungefähr so, als würde man nach einem erfolgreichen Kampf gegen die Brandstiftung den bisherigen stellvertretenden Brandstifter zur neuen Feuerwehrchefin ernennen.

Immerhin laufen Gespräche über freie Wahlen. Wann diese stattfinden sollen, bleibt allerdings offen. Vermutlich muss zunächst geklärt werden, ob die Demokratie mit den Interessen amerikanischer Ölkonzerne kompatibel ist.

Denn Venezuela verfügt über gewaltige Erdölvorkommen. Ein Umstand, der Washingtons Interesse an Freiheit und Menschenrechten traditionell eine besonders geschmeidige Konsistenz verleiht.

Machado selbst erklärte begeistert, wieder bei ihrem Volk zu sein. Die Menschen jubelten, die Opposition hoffte, und Washington dürfte vorsorglich geprüft haben, ob die Friedensnobelpreis-Medaille inzwischen ordentlich im Inventar des Weißen Hauses verbucht wurde.

So entsteht in Venezuela eine völlig neue Staatsform: amerikanisch betreute Selbstbestimmung mit politischem Rückgaberecht.

Und sollte die Demokratie irgendwann tatsächlich geliefert werden, liegt ihr vermutlich ein Beipackzettel bei: Eigentum des venezolanischen Volkes – Nutzung nur mit Genehmigung aus Washington, sämtliche Ölrechte vorbehalten.

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– Unbekannt (aber weise)
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