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KOLUMNE

KI-Steuer geplant – Intelligenz noch nicht steuerpflichtig!

admin · 02.11.2026 · 3 Min. Lesezeit
Satirische Karikatur: Finanzbeamte prüfen und besteuern einen KI-Roboter, während menschliche Dummheit unbehelligt bleibt.
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Bundesregierung entdeckt künstliche Intelligenz als Einnahmequelle – natürliche Dummheit bleibt steuerfrei!

Deutschland steht vor einer technologischen Revolution! Künstliche Intelligenz kann Texte schreiben, Krankheiten erkennen, Programme entwickeln und komplizierte Probleme lösen. Für die Bundesregierung ist damit klar: Was intelligent ist, muss dringend besteuert werden!

Schließlich kann es nicht angehen, dass irgendwo in Deutschland etwas produktiv arbeitet, ohne dass das Finanzamt daran verdient.

Familienministerin Karin Prien findet eine KI-Steuer grundsätzlich sinnvoll. Digitalminister Karsten Wildberger ebenfalls, möchte aber zunächst Wachstum sehen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche würde die Technologie lieber erst einführen.

Eine bemerkenswerte politische Einigkeit: Alle wollen künstliche Intelligenz fördern. Nur über den Zeitpunkt ihrer finanziellen Bestrafung besteht noch Gesprächsbedarf.

Das Bundesfinanzministerium könnte deshalb demnächst eine völlig neue Behörde eröffnen: das Bundesamt zur Feststellung maschineller Gewinnklugheit, kurz BAFMG.

Dort soll ein eigens entwickelter Intelligenzprüfer feststellen, ob wirtschaftliche Erträge durch künstliche, natürliche oder lediglich behauptete Intelligenz entstanden sind.

Besonders schwierig dürfte die Prüfung bei politischen Entscheidungen werden.

Produziert eine KI einen wirtschaftlichen Erfolg, wird besteuert. Produziert ein Minister denselben Erfolg, gilt das als politisches Wunder. Produziert er einen wirtschaftlichen Schaden, wird eine Expertenkommission eingesetzt.

Die wiederum beauftragt eine KI mit der Ursachenforschung.

Die Rechnung bezahlt selbstverständlich der Steuerzahler.

Für Unternehmen könnte künftig eine revolutionäre Nachweispflicht gelten: Wer einen Gewinn erzielt, muss beweisen, dass dabei keine künstliche Intelligenz beteiligt war.

Ein Handwerker, der seine Rechnung per KI formuliert, gerät unter Verdacht. Ein Konzern, der seine Strategie mit KI entwickelt, ebenfalls.

Ein Politiker hingegen, der seine Rede von einer KI schreiben lässt und anschließend das Gegenteil behauptet, bleibt steuerfrei. Schließlich konnte bei ihm keine nachweisbare Wertschöpfung festgestellt werden.

Besonders erfreulich ist die geplante Sonderregelung für natürliche Dummheit.

Diese soll weiterhin vollständig steuerbefreit bleiben, da sie nach Einschätzung fiktiver Wirtschaftsexperten einen unverzichtbaren Beitrag zur deutschen Konjunktur leistet.

Ohne natürliche Dummheit wären schließlich ganze Beratungsbranchen, politische Untersuchungsausschüsse und zahlreiche Talkshows akut existenzgefährdet.

Auch der Bundestag könnte profitieren. Dort ließe sich die neue Steuer besonders effizient kontrollieren: Sobald eine intelligente Aussage fällt, schlägt ein Sensor Alarm.

Experten rechnen mit äußerst geringen Betriebskosten.

Die KI-Branche zeigt sich unterdessen irritiert. Eine Technologie, die Deutschland international konkurrenzfähiger machen soll, wird bereits steuerpolitisch diskutiert, bevor ihr wirtschaftlicher Erfolg überhaupt gesichert ist.

Das wäre ungefähr so, als würde die Regierung ein Elektroauto entwickeln und vorsorglich eine Steuer auf dessen noch nicht erfundene Überholmanöver erheben.

Immerhin könnte die geplante Steuerverwaltung vollständig digital arbeiten.

Die dazu erforderliche Software würde eine KI entwickeln. Die Formulare würde eine KI ausfüllen. Die Bescheide würde eine KI verschicken.

Und wenn die KI anschließend feststellt, dass das gesamte Verfahren wirtschaftlich unsinnig ist?

Dann wird sie wegen übermäßiger Intelligenz nachversteuert.

Denn Deutschland hat endlich eine Lösung für die Digitalisierung gefunden: Wir besteuern künstliche Intelligenz, damit wir uns natürliche Dummheit weiterhin leisten können.

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– Unbekannt (aber weise)
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