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POLITIK

Reform UK entdeckt den politischen Großspender: Vier Millionen Pfund, einmal Demokratie bitte!

admin · 04.09.2026 · 2 Min. Lesezeit
Grafik: Farage: Vier Millionen Pfund, einmal Demokratie
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Großbritannien hat der Welt viele bedeutende Errungenschaften geschenkt: parlamentarische Demokratie, die Dampfmaschine, James Bond und die erstaunliche Fähigkeit, Bohnen zum Frühstück als völlig normales Verhalten zu betrachten.

Nun kommt eine weitere Innovation hinzu:

Crowdfunding mit nur einem Crowd-Mitglied.

Reform UK, die Partei von Nigel Farage, nahm zwischen April und Juni insgesamt rund 5,3 Millionen Pfund an Spenden ein. Davon stammen vier Millionen vom Krypto-Investor Ben Delo.

Das sind ungefähr 75 Prozent.

Oder wie ein Finanzberater sagen würde:

„Vielleicht sollten Sie Ihr Portfolio etwas diversifizieren.“

Delo ist dabei kein vollkommen unbeschriebenes Blatt. Er war in den USA wegen eines Verstoßes gegen das Bankgeheimnis verurteilt und später von Donald Trump begnadigt worden.

Damit verfügt er praktisch über das politische Bonusprogramm unserer Zeit:

Verurteilt – begnadigt – Großspender.

Noch zwei Stempel, und es gibt einen kostenlosen Aufenthalt in Mar-a-Lago.

Reform UK erklärte, man freue sich über die Unterstützung erfolgreicher britischer Unternehmer bei der Vorbereitung auf die nächste Parlamentswahl.

Das ist verständlich.

Vier Millionen Pfund sind schließlich eine Summe, bei der selbst politische Grundsatzprogramme plötzlich außergewöhnlich gute Laune bekommen.

Man stelle sich die Parteizentrale vor:

„Nigel, eine neue Spende ist eingegangen!“

„Großartig! Wie viel?“

„Vier Millionen.“

„Von wie vielen Menschen?“

„Mensch.“

„Excellent.“

Besonders hübsch wird die Geschichte durch den bisherigen Großspender Christopher Harborne. Der in Thailand lebende Krypto-Unternehmer spendete diesmal nichts. Die britische Regierung plant nämlich, Zuwendungen im Ausland lebender britischer Staatsbürger künftig auf 100.000 Pfund zu begrenzen.

Offenbar möchte London verhindern, dass britische Parteien irgendwann hauptsächlich dort finanziert werden, wo der britische Regen nicht hinkommt.

Farage selbst geriet zudem wegen fünf Millionen Pfund in die Schlagzeilen, die Harborne ihm 2024 zukommen ließ und die nicht deklariert worden waren.

Fünf Millionen einfach nicht deklarieren – das klingt für Normalverdiener beeindruckend.

Andere Menschen vergessen beim Finanzamt einen Bürostuhl für 189 Euro und verbringen anschließend drei Nächte damit, ihre Steuererklärung anzustarren wie einen Bombenentschärfungsplan.

In der großen Politik dagegen scheint gelegentlich die Frage aufzutauchen:

„Ach, diese fünf Millionen? Die!“

So entwickelt sich Reform UK zunehmend zu einem faszinierenden Experiment moderner Parteienfinanzierung.

Früher brauchte eine Partei Tausende Mitglieder, unzählige Förderer und Spendendosen auf Parteitagen.

Heute reicht offenbar ein sehr erfolgreicher Krypto-Unternehmer.

Das spart Verwaltung.

Vielleicht wird das Parteiprogramm künftig gleich auf Blockchain gespeichert. Dann kann jeder nachvollziehen, dass Reform UK für Unabhängigkeit steht.

Vor allem finanziell.

Von möglichst vielen Menschen.

Nur eben nicht unbedingt gleichzeitig.

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