In den USA wächst vor den Kongresswahlen die frühe Wahlbeteiligung. Zugleich zeigen Umfragen einen deutlichen Vertrauensverlust Trumps, auch unter Latino-Wählern. Die endgültige Wahlentscheidung steht noch aus.
In den Vereinigten Staaten bahnt sich eine politische Katastrophe historischen Ausmaßes an: Donald Trump gehen die Wähler aus. Nicht, weil Amerika plötzlich menschenleer wäre, sondern weil immer mehr Menschen offenbar entdeckt haben, dass man einen Präsidenten auch dann nicht mögen muss, wenn er es ausdrücklich verlangt.
Besonders unangenehm entwickelt sich die Lage unter den Latinos. Diese hatten Trump bei seiner Rückkehr ins Weiße Haus erheblich geholfen. Inzwischen sorgt dessen Abschiebepolitik jedoch bei zahlreichen Familien für Angst und Verunsicherung.
Offenbar hat das Weiße Haus einen entscheidenden Unterschied übersehen: Man kann Menschen politisch umwerben, ohne anschließend ihre Verwandtschaft zum Flughafen zu begleiten.
In Washington dürfte deshalb hektisch nach Lösungen gesucht werden. Die fiktive Abteilung für strategische Wählerrettung schlägt bereits vor, enttäuschte Unterstützer mit einem neuen Bonusprogramm zurückzugewinnen: Wer trotz Abschiebeangst republikanisch wählt, erhält einen Gutschein für einen kostenlosen Familienbesuch – vorausgesetzt, sämtliche Familienmitglieder befinden sich noch im Land.
Auch die Umfragewerte bereiten Sorgen. Trump, der bekanntlich eine besondere Beziehung zu Zahlen pflegt, dürfte diese Entwicklung allerdings kreativ interpretieren. Schlechte Umfragen sind schließlich grundsätzlich gefälscht, gute Umfragen dagegen historisch, sensationell und persönlich von Gott beglaubigt.
Ein Sprecher des fiktiven Ministeriums für alternative Beliebtheit könnte erklären: „Der Präsident verliert keine Zustimmung. Die Wähler entfernen sich lediglich unerlaubt von seiner Großartigkeit.“
Währenddessen strömen Amerikaner bereits vor dem eigentlichen Wahltag zu den Wahlurnen. In verschiedenen Bundesstaaten ist die vorzeitige Stimmabgabe besonders gefragt.
Für Trump könnte das ein beunruhigendes Signal sein. Schließlich ist nichts verdächtiger als Bürger, die freiwillig wählen gehen, ohne vorher beim Weißen Haus nach dem gewünschten Ergebnis zu fragen.
Vorsorglich könnte deshalb eine neue Behörde geschaffen werden: das Bundesamt für unangemeldete Demokratieausübung. Dort würden verdächtige Wahlaktivitäten untersucht, etwa Menschen mit eigener Meinung, funktionierenden Kugelschreibern oder auffallend entschlossenem Gang zur Wahlurne.
Besonders kritisch wären Bürger, die ihre Stimme bereits abgegeben haben, bevor Trump persönlich erklären konnte, warum das Ergebnis wahrscheinlich manipuliert sein wird.
Auch die Republikaner dürften nervös auf die Stimmung im Land blicken. Denn wenn sich bisherige Unterstützer abwenden, hilft selbst die prachtvollste Wahlkampfveranstaltung wenig.
Das Grundproblem bleibt bemerkenswert einfach: Wer Menschen ständig erklärt, sie seien möglicherweise unerwünscht, sollte sich nicht wundern, wenn diese irgendwann auch seine Politik unerwünscht finden.
Trump könnte daraus natürlich eine völlig andere Schlussfolgerung ziehen: Nicht seine Politik hat Wähler vergrault – die Wähler haben versagt, weil sie seine Politik nicht ausreichend bewundert haben.
Und sollte die Zustimmung weiter sinken, steht die nächste große Reform schon vor der Tür:
Künftig werden nicht mehr nur Menschen abgeschoben, die Trump nicht im Land haben möchte. Sondern auch Umfrageergebnisse, die er nicht sehen will.
Make America Agree Again!




