Nach jahrzehntelanger Pilotphase wagt die Bundesrepublik den Schritt ins digitale Neuland - Behörden bitten um Geduld bis 2043.
Es ist ein historischer Tag für Deutschland.
Nach jahrelangen Tests, mehreren Expertenkommissionen, 47 Machbarkeitsstudien, 312 Arbeitskreisen und einer rekordverdächtigen Anzahl an Faxbestätigungen hat die Bundesregierung nun offiziell bekannt gegeben:
Deutschland führt das Internet ein.
Ja, richtig gelesen.
Das Internet.
Dieses neuartige Kommunikationssystem, das sich in einigen Entwicklungsländern wie Südkorea, Estland oder Dänemark bereits seit geraumer Zeit in einer experimentellen Testphase befindet, soll nun erstmals auch deutschen Privatpersonen zugänglich gemacht werden.
Bundesweit herrscht Aufregung.
Vor allem in Behörden, wo viele Beschäftigte zunächst dachten, es handele sich um eine besonders aggressive Form von Spam.
Das Ende einer Ära
Jahrzehntelang galt Deutschland als digitales Versuchslabor.
Während andere Länder Online-Banking, Videokonferenzen und digitale Verwaltung einführten, konzentrierte sich Deutschland auf bewährte Technologien.
Faxgeräte.
Papierakten.
Stempel.
Und die legendäre E-Mail-Ausdruck-Technologie.
Dabei wird eine E-Mail zunächst ausgedruckt, anschließend eingescannt, per Hauspost verschickt und schließlich in einem Ordner archiviert.
Experten bezeichnen dieses Verfahren als „hybride Digitalisierung“.
Nun scheint diese goldene Zeit ihrem Ende entgegenzugehen.
Breitband für alle – zumindest theoretisch
Das neue Projekt sieht vor, Breitbandinternet erstmals für Privatpersonen freizugeben.
Die Geschwindigkeit soll dabei spektakuläre Werte erreichen.
In einigen Modellregionen wurden bereits Datenraten gemessen, die das gleichzeitige Laden von drei Webseiten innerhalb eines Kalendermonats ermöglichen.
Technikbegeisterte Bürger zeigten sich überwältigt.
„Früher musste ich zwischen Wetterbericht und Nachrichten wählen“, berichtet ein Testnutzer.
„Jetzt kann ich beides öffnen. Nacheinander.“
Die große Angst vor dem Unbekannten
Nicht alle begrüßen die Neuerung.
Insbesondere traditionelle Kreise warnen vor den Risiken.
Der Bundesverband Deutscher Faxgeräte äußerte erhebliche Bedenken.
„Wer garantiert uns, dass sich dieses Internet langfristig durchsetzt?“, fragte ein Sprecher.
„Wir dürfen bewährte Technologien nicht vorschnell aufgeben.“
Ähnliche Sorgen kommen von Herstellern von Aktenordnern.
Diese befürchten einen dramatischen Nachfrageeinbruch.
Analysten halten diese Sorge allerdings für unbegründet.
Die deutsche Verwaltung gilt nach wie vor als weltweit größter Einzelabnehmer von Papier.
Behörden bereiten sich vor
Auch die öffentliche Verwaltung reagiert auf die Entwicklung.
Mehrere Ministerien kündigten bereits umfangreiche Vorbereitungsmaßnahmen an.
Dazu gehören:
- Die Einrichtung einer Arbeitsgruppe „Internet“
- Die Gründung einer Unterarbeitsgruppe „Internet im Internet“
- Die Einsetzung eines Beauftragten zur Evaluation der Arbeitsgruppen
- Die Entwicklung eines Formulars zur Beantragung eines Internetantrags
Dieses Formular soll nach aktuellen Planungen ab 2034 online verfügbar sein.
Alternativ kann es per Fax angefordert werden.
Die Wirtschaft entdeckt die Zukunft
Auch deutsche Unternehmen sehen Chancen.
Einige Firmen prüfen bereits innovative Geschäftsmodelle.
Dazu gehören:
- Online-Shops mit Öffnungszeiten
- Digitale Formulare, die ausgedruckt werden müssen
- Cloud-Lösungen auf CD-ROM
- Streamingdienste mit Lieferzeit
Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt ein Start-up aus Nordrhein-Westfalen.
Es bietet einen revolutionären Service an:
PDF-Dateien per Briefpost.
Investoren sprechen bereits von einer Disruption des Marktes.
Schulen reagieren vorsichtig
Das Bildungssystem zeigt sich offen gegenüber der neuen Technologie.
Mehrere Schulen kündigten an, das Thema Internet künftig im Unterricht zu behandeln.
Voraussichtlich ab dem Schuljahr 2031/2032.
Bis dahin sollen Lehrkräfte ausreichend Zeit erhalten, um den Umgang mit dem Mauszeiger zu erlernen.
Ein Kultusminister erklärte:
„Wir dürfen die Kinder nicht überfordern.“
Die Bevölkerung ist gespalten
Während jüngere Menschen begeistert reagieren, zeigen sich viele ältere Bürger skeptisch.
„Ich habe gehört, man kann damit Informationen suchen“, sagte ein Rentner.
„Aber warum? Ich habe doch ein Lexikon.“
Andere sehen praktische Vorteile.
„Wenn das funktioniert, könnte ich meinem Sohn vielleicht eine Nachricht schicken, ohne drei Tage auf die Post zu warten.“
Technikexperten sprechen von einer Revolution.
Historiker sprechen von einer Verspätung.
Satiriker sprechen von einem normalen Dienstag.
Deutschland blickt nach vorn
Die Bundesregierung zeigt sich optimistisch.
Bis zum Jahr 2040 sollen große Teile des Landes an das neue Netzwerk angeschlossen sein.
Bis 2045 könnten sogar erste Verwaltungsverfahren vollständig digitalisiert werden.
Vorausgesetzt natürlich, dass die Antragsteller zusätzlich:
- zwei Passbilder,
- eine Meldebescheinigung,
- eine Geburtsurkunde,
- eine Faxbestätigung,
- einen Nachweis über die Existenz des Internets
einreichen.
Die Zukunft ist also zum Greifen nah.
Zumindest für jene Bürger, die bis dahin nicht vergessen haben, warum sie den Antrag ursprünglich gestellt haben.
Fest steht:
Deutschland hat das Internet entdeckt.
Und wenn alles nach Plan läuft, wird die Bundesrepublik bereits in wenigen Jahrzehnten herausfinden, wofür man es eigentlich benutzen kann.
Bis dahin bleibt die wichtigste digitale Regel des Landes bestehen:
Bitte drucken Sie diese Webseite aus und heften Sie sie sorgfältig ab.




