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KOLUMNE

Alarmstufe Fax: Deutschland im Ausnahmezustand

admin · 20.06.2026 · 3 Min. Lesezeit
Grafik: Wenn das Faxnetz fällt, wankt die Republik
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Deutschland kämpft um seine wichtigste Kommunikationsinfrastruktur.

Deutschland befindet sich im Ausnahmezustand.

Nicht wegen eines großflächigen Stromausfalls.

Nicht wegen eines Angriffs auf die Finanzmärkte.

Nicht wegen eines Zusammenbruchs des Internets.

Nein.

Es ist deutlich schlimmer.

Das Faxnetz wurde angegriffen.

Binnen weniger Stunden wurden Krisenstäbe einberufen, Behördenleitungen zusammengerufen und mehrere Ministerien in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

Experten sprechen bereits von der schwersten Bedrohung der nationalen Sicherheit seit der Erfindung der E-Mail.

„Wir haben es hier mit einem Angriff auf das Rückgrat unseres Staates zu tun“, erklärte ein besorgter Beamter, während er hektisch versuchte, einen Notfallbericht auszudrucken, um ihn anschließend per Fax an die zuständige Fax-Koordinierungsstelle zu übermitteln.

Das Problem:

Die Fax-Koordinierungsstelle war ebenfalls nicht erreichbar.

Sie versuchte ihrerseits gerade, den Ausfall per Fax zu melden.

Die Bundesregierung reagierte umgehend.

Noch in derselben Nacht trat der Nationale Fax-Sicherheitsrat zusammen.

Das Gremium wurde eigens gegründet, nachdem festgestellt worden war, dass kein bestehendes Gremium ausreichend Erfahrung mit Thermopapier besaß.

Bundesweit wurden sogenannte Faxschutzräume eingerichtet.

Dort lagern nun Ersatz-Toner, Reserve-Papierstapel und mehrere hundert Kilometer Telefonkabel für den Ernstfall.

„Die Bevölkerung soll Ruhe bewahren“, erklärte ein Regierungssprecher.

„Es gibt aktuell keinen Hinweis darauf, dass die Angreifer Zugriff auf unsere Notfall-Faxgeräte aus den Jahren 1988 bis 1993 erhalten haben.“

Diese Nachricht sorgte zunächst für Erleichterung.

Dann fiel auf, dass niemand mehr wusste, wo sich die Geräte überhaupt befinden.

Besonders dramatisch entwickelte sich die Lage in mehreren Behörden.

Mitarbeiter standen ratlos vor Maschinen, die plötzlich keine piepsenden Geräusche mehr machten.

Einige sollen versucht haben, den Geräten gut zuzureden.

Andere warfen ihnen vorsorglich Beruhigungstabletten für Bürotechnik ein.

In einem besonders schweren Fall wurde ein Faxgerät sogar auf Werkseinstellungen zurückgesetzt.

Psychologen sprechen inzwischen von einem traumatischen Ereignis.

Auch die Sicherheitsbehörden wurden aktiv.

Das Bundesamt für Faxschutz und analoge Verteidigung, kurz BAFAV, warnte vor einer Eskalation.

Die Täter könnten als Nächstes weitere kritische Infrastrukturen ins Visier nehmen.

Genannt wurden unter anderem:

– Overheadprojektoren

– Diskettenarchive

– Aktenordnerregale

– Laminiergeräte

– der letzte funktionierende Diaprojektor Europas

Die Lage gilt als ernst.

Mehrere Kommunen aktivierten bereits ihre Notfallpläne.

In einigen Rathäusern wurden Boten auf Fahrrädern eingesetzt.

Andere griffen sogar auf eine noch ältere Technologie zurück:

Menschen, die miteinander sprechen.

Die Maßnahme wurde allerdings nach wenigen Stunden wieder eingestellt.

Niemand verfügte über ausreichende Erfahrung.

International beobachtet man die Situation mit wachsender Sorge.

NATO-Partner boten Hilfe an.

Frankreich stellte drei Techniker und ein Ersatzfaxgerät bereit.

Großbritannien entsandte Spezialisten für historische Kommunikationstechnologien.

Die USA boten an, Deutschland kurzfristig mit Satelliteninternet zu versorgen.

Die Bundesregierung lehnte höflich ab.

Man wolle zunächst prüfen, ob man die Informationen nicht doch irgendwie faxen könne.

Inzwischen arbeiten hunderte Experten rund um die Uhr an der Aufklärung.

Erste Ermittlungen ergaben, dass die Angreifer vermutlich moderne Computer verwendet haben.

Ein Schock für viele Behörden.

Dort galt bisher die Annahme, dass Computer lediglich eine vorübergehende Modeerscheinung seien.

Besondere Aufmerksamkeit erhält derzeit eine Arbeitsgruppe des Innenministeriums.

Ihre Aufgabe besteht darin herauszufinden, ob das Internet möglicherweise etwas mit dem Vorfall zu tun haben könnte.

Ein Abschlussbericht wird für Ende 2038 erwartet.

Auch wirtschaftlich sind die Folgen enorm.

Mehrere Unternehmen berichten bereits von Verzögerungen.

Anträge können nicht versendet werden.

Genehmigungen bleiben liegen.

Dokumente erreichen ihre Empfänger nicht mehr.

Mit anderen Worten:

Viele Bürger bemerken erstmals keinen Unterschied zum Normalbetrieb.

Besonders betroffen ist die deutsche Bürokratie.

Ohne Fax droht ein Kommunikationsvakuum.

Zahlreiche Formulare wissen aktuell nicht, wohin sie geschickt werden sollen.

Mehrere Anträge wurden zuletzt orientierungslos in Umlaufmappen aufgefunden.

Ein Formular soll sogar versucht haben, sich digital einzureichen.

Der Vorfall wird untersucht.

Währenddessen rufen Experten zur Besonnenheit auf.

Deutschland habe schon viele Herausforderungen gemeistert.

Währungsreformen.

Energiekrisen.

Pandemien.

Und nun eben den Krieg gegen unbekannte Fax-Hacker.

Ein hochrangiger Beamter formulierte es so:

„Unsere Demokratie ist stark. Unsere Institutionen sind widerstandsfähig. Und solange irgendwo noch ein funktionierendes Faxgerät existiert, wird dieses Land nicht untergehen.“

Anschließend wurde seine Erklärung ausgedruckt.

Unterschrieben.

Abgestempelt.

Kopiert.

In dreifacher Ausfertigung abgelegt.

Und schließlich per Fax verschickt.

Zumindest war das der Plan.

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