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POLITIK

Die CDU steht geschlossen hinter Merz – nur leider ziemlich weit hinten

admin · 17.09.2026 · 2 Min. Lesezeit
Grafik: CDU steht hinter Merz – ziemlich weit hinter ihm
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Die CDU hat ein deutliches Zeichen der Geschlossenheit gesetzt. Mehrere Ministerpräsidenten stellten sich gemeinsam hinter den Bundeskanzler und erklärten sinngemäß: Jetzt sei nicht die Zeit für Personaldebatten.

Das ist in der Politik ungefähr so beruhigend wie der Satz eines Piloten:

„Bitte ignorieren Sie das blinkende Licht.“

Besonders elegant: In der gemeinsamen Erklärung wird der Bundeskanzler unterstützt, ohne seinen Namen besonders prominent ins Schaufenster zu stellen. Eine politische Form der Zuneigung, die man sonst aus Familienfeiern kennt:

„Wir stehen vollständig hinter unserem Schwager.“

„Wie heißt er noch mal?“

„Das tut jetzt nichts zur Sache.“

Während in Berlin also demonstrativ niemand über Personal sprechen möchte, liefert Mecklenburg-Vorpommern einen interessanten Grund dafür, warum plötzlich alle so wenig über Personal sprechen möchten.

Dort nähert sich die SPD in aktuellen Umfragen der AfD deutlich an, während die CDU in Regionen unterwegs ist, die politische Kartografen bislang hauptsächlich vom Meeresboden kannten.

Damit hat die Union ein bemerkenswertes strategisches Kunststück vollbracht:

Sie unterstützt im Bund den Kanzler, während sie im Land gleichzeitig prüfen kann, ob Wahlergebnisse künftig auch in homöopathischen Dosen veröffentlicht werden dürfen.

Die Botschaft lautet trotzdem: Geschlossenheit!

Und tatsächlich steht die CDU geschlossen hinter Merz.

Sehr geschlossen.

So geschlossen, dass niemand nach vorne möchte.

Die Ministerpräsidenten versichern, gemeinsam mit dem Kanzler die Probleme der Menschen anzugehen. Das klingt entschlossen. Politische Übersetzung:

„Wir haben bemerkt, dass Probleme existieren, und haben deshalb zunächst eine gemeinsame Erklärung verfasst.“

Währenddessen könnte Manuela Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern langsam entdecken, dass Wahlkampf gelegentlich erstaunliche Nebenwirkungen besitzt: Wenn zwei Parteien um die Spitze kämpfen, kann eine dritte Partei daraus nämlich eine hervorragende Aussicht auf beide entwickeln – vorausgesetzt, sie besitzt ein sehr starkes Fernglas.

Die CDU beobachtet das Rennen derzeit eher aus der Perspektive des Streckenpostens.

Vorne kämpfen SPD und AfD um die Führung.

Hinten ruft jemand:

„Wir stehen geschlossen hinter dem Bundeskanzler!“

Und aus der Ferne kommt die Antwort:

„Sehr schön! Aber wer tritt hier eigentlich zur Landtagswahl an?“

Damit verschmelzen beide politischen Geschichten zu einem nahezu perfekten Gesamtkunstwerk deutscher Parteistrategie:

In Schwerin kämpft die SPD darum, die AfD einzuholen.

In Berlin kämpft die CDU darum, keine Diskussion darüber zu führen, warum sie überhaupt etwas einholen müsste.

Und Friedrich Merz erhält aus den Ländern demonstrative Rückendeckung – jene besondere politische Unterstützungsform, bei der acht Menschen gleichzeitig versichern, dass absolut kein Grund zur Nervosität besteht.

Was bekanntermaßen immer dann gesagt wird, wenn absolut niemand nervös ist.

Die moderne Parteipolitik besitzt eben ihre eigenen Regeln:

Wenn die Umfragen schlecht werden, wird nicht gestritten.

Dann wird Geschlossenheit beschlossen.

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