Nachrichten, die zum Nachdenken anregen*
*Oder zum Lachen. Oder beides.
Satiressum Harlekin
POLITIK

Operation Käseverbot: Trump erklärt Kanada zur zollpflichtigen Gefahrenzone

admin · 09.09.2026 · 2 Min. Lesezeit
Grafik: Trump gegen Kanada - Jetzt muss der Käse draußen bleiben
dixxu - Banner 003Partnerlink

Der Handelskrieg zwischen den USA und Kanada hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nachdem Zölle, Gegenzölle und Gegengegenzölle offenbar nicht mehr ausreichen, greift Washington nun zum äußersten Mittel moderner Diplomatie: Kanadischer Käse muss draußen bleiben.

Ab dem 29. September sollen bestimmte Molkereiprodukte, alkoholische Getränke, Motorräder und Mopeds aus Kanada nicht mehr in die Vereinigten Staaten eingeführt werden dürfen. Damit trifft Präsident Donald Trump den kanadischen Machtapparat dort, wo es besonders schmerzt: zwischen Gouda, Wodka und Zweirad.

Das Weiße Haus verfolgt damit offenbar eine neue außenpolitische Doktrin: Wer nicht spurt, darf seinen Schnaps behalten.

Bereits zuvor hatte Trump US-Behörden angewiesen, kanadische Produkte aus dem staatlichen Beschaffungswesen zu verbannen. In Washington dürften nun hektisch Kugelschreiber umgedreht, Bürostühle auf ihre Herkunft untersucht und Ahornsirupflaschen unter Aufsicht eines Zollbeamten in versiegelte Beweismitteltüten gepackt werden.

Denn Kanada, so Trumps Vorwurf, beute die Vereinigten Staaten seit Jahren aus. Ein bemerkenswerter Vorgang, schließlich hatte man Kanada bislang überwiegend für ein friedliches Land gehalten, dessen aggressivste außenpolitische Instrumente Eishockey, höfliches Entschuldigen und überdurchschnittlich klebriges Frühstückszubehör waren.

Doch Ottawa schlägt zurück.

Kanada hat Gegenzölle von bis zu 50 Prozent auf amerikanische Produkte verhängt. Betroffen sind unter anderem Stahl, Aluminium, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Maschinen und Elektronik. Damit nähert sich der nordamerikanische Handel langsam seinem endgültigen Idealzustand: Niemand kauft mehr irgendetwas, aber jeder verdient hervorragend an den Gebühren dafür.

Besonders spannend wird es zum 1. Januar 2027. Dann drohen amerikanische Zölle von 50 Prozent auf Autos, Lastwagen, Autoteile und Stahl. Die eng miteinander verflochtene nordamerikanische Automobilindustrie könnte dadurch künftig ein Fahrzeug produzieren, dessen Einzelteile beim fünfmaligen Grenzübertritt bereits teurer geworden sind als eine Eigentumswohnung in Manhattan.

Das Prinzip ist bestechend einfach: Ein kanadisches Autoteil fährt in die USA, wird verzollt, kehrt zur Montage nach Kanada zurück, kommt erneut über die Grenze und besitzt am Ende vermutlich eine eigene Steuerberaterin.

Trump betont unterdessen, die USA seien auf Kanada nicht angewiesen. Kanada ist zwar einer der größten Handelspartner der Vereinigten Staaten, doch solche Details gehören in Washington offenbar inzwischen zur Kategorie „Statistik mit negativer Einstellung“.

Gespräche laufen trotzdem weiter. Beide Seiten seien offen für einen alternativen Weg, heißt es.

Das ist beruhigend.

Denn nach Käse, Motorrädern, Alkohol, Stahl, Autos, Honig und Hockeyschlägern bleiben zur weiteren Eskalation noch einige strategisch wichtige Güter übrig.

Spätestens wenn Kanada den Export von Ahornsirup stoppt und Washington im Gegenzug amerikanische Donuts mit 200 Prozent belegt, dürfte klar sein:

Der nordamerikanische Handelskrieg ist endgültig beim Frühstück angekommen.

dixxu - Banner 002Partnerlink
Open-How2 - Sidebar 003Partnerlink
Meinung des Tages
"
Wenn Satire die Realität überholt hat, sollte man wenigstens Maut verlangen.
– Unbekannt (aber weise)
dixxu - Sidebar 002Partnerlink
Newsletter
Satire ohne Spam. Versprochen.*
*Ok, vielleicht ein bisschen.
EoT - Sidebar 003Partnerlink
Enter drücken zum Suchen