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POLITIK

Unverschämtheit! Schwesig versucht tatsächlich, gewählt zu werden

admin · 13.09.2026 · 2 Min. Lesezeit
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In Mecklenburg-Vorpommern erschüttert derzeit ein politischer Skandal die demokratischen Grundfesten: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig führt Wahlkampf – und versucht dabei offenbar, möglichst viele Stimmen für ihre eigene Partei zu bekommen.

CDU und Grüne reagierten auf diese ungeheuerliche Entwicklung mit jener Fassungslosigkeit, die normalerweise entsteht, wenn jemand beim Bäcker das letzte Franzbrötchen kauft, obwohl hinter ihm noch Menschen stehen.

Denn während die SPD in den Umfragen aufholt, bewegt sich die CDU inzwischen in Regionen, in denen man Wahlergebnisse vorsichtshalber mit einem Fernglas sucht. Die Grünen wiederum stehen ungefähr dort, wo politische Parteien traditionell beginnen, die Fünf-Prozent-Hürde nicht mehr als Sperrklausel, sondern als Mount Everest wahrzunehmen.

Und ausgerechnet jetzt denkt Schwesig nicht daran, ein paar Stimmen abzugeben.

Wie egoistisch kann Politik sein?

CDU und Grüne werfen der Ministerpräsidentin sinngemäß vor, ihren Wahlkampf zu sehr auf sich selbst zuzuschneiden. Das klingt zunächst merkwürdig, weil Spitzenkandidaten bislang meistens den absurden Brauch pflegten, im Wahlkampf für sich selbst zu werben.

Doch möglicherweise braucht Deutschland dringend neue Regeln.

Künftig könnte jede Partei verpflichtet werden, bei steigenden Umfragewerten einen Teil ihrer Stimmen an schwächere Mitbewerber abzugeben. Politische Solidarität statt Wahlerfolg.

Bei 30 Prozent müsste die SPD beispielsweise drei Prozentpunkte an die CDU überweisen, einen an die Grünen und vielleicht einen Trostpunkt an irgendeine Partei, die gerade besonders bedröppelt schaut.

Auf Wahlplakaten könnte künftig stehen:

„Manuela Schwesig – eigentlich SPD, aber wählen Sie ruhig auch mal CDU.“

Das wäre Demokratie mit eingebautem Sozialausgleich.

Besonders bemerkenswert ist die Lage der CDU. Eine Partei, die jahrzehntelang den Anspruch pflegte, Volkspartei zu sein, kämpft plötzlich darum, vom Volk wenigstens noch in statistisch messbarer Größenordnung wahrgenommen zu werden.

Sieben Prozent sind dabei keineswegs wenig.

Damit könnte man beispielsweise einen guten Fruchtjoghurt bewerben.

„Jetzt mit sieben Prozent CDU!“

Die Grünen wiederum müssen hoffen, dass die Fünf-Prozent-Hürde am Wahlabend nicht plötzlich noch zwei Zentimeter höher aussieht als vorher.

So entsteht eine völlig neue Wahlkampfstrategie: Statt die Menschen davon zu überzeugen, die eigene Partei zu wählen, fordert man den politischen Gegner auf, bitte nicht ganz so überzeugend zu sein.

Vielleicht folgt bald die nächste Eskalationsstufe.

„Frau Schwesig, könnten Sie am Donnerstag bitte einen schlechten Fernsehauftritt hinlegen? Wir brauchen noch 1,8 Prozent.“

Die SPD könnte sogar Wahlkampftermine absagen.

Aus Fairness.

Am Ende droht Mecklenburg-Vorpommern damit ein demokratischer Albtraum: Bürger könnten tatsächlich jene Partei wählen, die sie wählen möchten.

Sollte sich dieses Prinzip bundesweit durchsetzen, müsste sich die Politik auf völlig neue Zeiten einstellen.

Dann entscheiden am Ende womöglich noch die Wähler über Wahlergebnisse.

So weit darf es natürlich nicht kommen.

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