Die internationale Ordnung wankt. Grenzen verschieben sich, Handelskonflikte eskalieren, Großmächte ringen um Einfluss. Und mittendrin hat die Bundesregierung jene rote Linie gezogen, bei der Deutschland traditionell keinen Spaß versteht:
Fußball heißt Fußball.
US-Präsident Donald Trump hat den Ontariosee auf amerikanischen Karten in „Lake America“ umbenennen lassen. Die Bundesregierung reagierte darauf mit einer diplomatischen Gegenoffensive von historischer Härte.
Ein Sprecher des Auswärtigen Amts erklärte sinngemäß: Die Amerikaner nennen Fußball schließlich auch Soccer. Deshalb macht Deutschland diesen Quatsch trotzdem nicht mit.
Damit wurde Washington erstmals mit Deutschlands mächtigster außenpolitischer Waffe konfrontiert:
dem sachlichen Vergleich.
Trump dürfte erschüttert sein.
Denn offenbar funktioniert internationale Geografie neuerdings nach dem Prinzip Kinderzimmer: Wer den dicksten Filzstift besitzt, darf die Landkarte beschriften.
Der Golf von Mexiko wurde bereits zum „Golf von Amerika“. Nun folgt „Lake America“.
Geopolitische Beobachter warten deshalb gespannt auf die nächsten Schritte.
Aus dem Atlantik könnte bald der „Really Huge American Ocean“ werden, aus Grönland „Trump Ice Resort North“ und aus Kanada möglicherweise „Upper America, currently under administrative review“.
Die Bundesregierung bleibt dagegen standhaft bei „Lake Ontario“.
Das ist bemerkenswert, denn Deutschland hat damit eine außenpolitische Doktrin entwickelt, die selbst komplizierteste Konflikte lösen könnte:
Jeder darf Dinge nennen, wie er möchte – aber die anderen müssen den Unsinn nicht übernehmen.
Ein revolutionäres Konzept.
Deutschland könnte beispielsweise Bayern künftig „Nordtirol mit Autobahnen“ nennen. Österreich müsste das nicht anerkennen.
Frankreich könnte den Rhein in „La Grande Baguette Liquide“ umbenennen.
Und Großbritannien könnte den Ärmelkanal endlich offiziell „Brexit Moat“ nennen.
Alles völlig problemlos.
Besonders pikant ist, dass Trump offenbar wegen des Zollstreits mit Kanada verstimmt ist. Früher verhängten Großmächte Sanktionen. Heute wird offenbar erst einmal das Gewässer umbenannt.
Kanada sollte deshalb vorsichtig sein.
Die nächste Eskalationsstufe könnte darin bestehen, Niagara Falls in „Trump Water Feature“ umzubenennen und anschließend Eintritt zu verlangen.
Die Bundesregierung zeigte sich derweil überzeugt, dass die Namensfrage keinen politischen Groll gegen Deutschland auslösen sollte.
Eine mutige Einschätzung.
Denn irgendwo könnte Trump gerade erfahren haben, dass Deutschland seine Namensgebung ignoriert.
Dann blickt er möglicherweise auf eine Weltkarte, zeigt auf die Bundesrepublik und fragt:
„Germany? Why is it still called Germany?“
Und plötzlich heißt Deutschland auf amerikanischen Karten:
East America – Soccer Territory.




