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POLITIK

Trump löst Irlandfrage: Einfach zusammenkleben

admin · 12.09.2026 · 2 Min. Lesezeit
Grafik: Trump entdeckt die einfache Lösung für Irland
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Donald Trump hat wieder einmal bewiesen, dass jahrzehntelange politische Konflikte vor allem deshalb so kompliziert sind, weil bislang niemand auf die Idee gekommen ist, sie mit der Entschlossenheit eines Immobilienmaklers zu betrachten.

Bei seinem Besuch in Dublin erklärte der US-Präsident, er würde eine Wiedervereinigung Irlands und Nordirlands „sehr gerne“ sehen. Schließlich seien die Menschen auf beiden Seiten Iren. Und Iren seien großartig.

Damit wurde eine über hundert Jahre alte Verfassungsfrage überraschend auf das Niveau einer Familienfeier heruntergebrochen:

„Ihr seid doch sowieso verwandt. Jetzt setzt euch wieder an einen Tisch.“

Trump erklärte außerdem, die Wiedervereinigung werde vermutlich ohnehin irgendwann kommen. Also könne sie genauso gut jetzt passieren.

Eine bemerkenswert effiziente politische Philosophie.

Nach diesem Prinzip könnte man auch den Berliner Flughafen noch einmal bauen, weil irgendwann sowieso wieder einer renoviert werden muss. Oder sämtliche Baustellen Deutschlands sofort gleichzeitig eröffnen, weil sie früher oder später ohnehin entstehen.

Der irische Regierungschef Micheál Martin bekam von Trump gleich noch die passende Stellenbeschreibung geliefert: Er sei genau der richtige Mann dafür.

Martin dürfte kurz überlegt haben, ob es im Amt des Taoiseach irgendwo einen Knopf mit der Aufschrift „Irland vereinigen“ gibt, den seine Vorgänger lediglich übersehen hatten.

Ein kleines Detail erwähnte Trump dann allerdings doch: Großbritannien habe möglicherweise auch noch etwas dazu zu sagen.

Das ist ungefähr so, als würde jemand ankündigen, das Nachbarhaus künftig mit dem eigenen Grundstück zusammenzulegen und anschließend ergänzen:

„Der Eigentümer wird da vermutlich noch irgendeine Meinung haben.“

In London war die Begeisterung erwartungsgemäß überschaubar. Premierminister Andy Burnham hält ein Referendum derzeit für nicht angezeigt; nach dem Karfreitagsabkommen liegt die Entscheidung über einen sogenannten Border Poll zudem bei der britischen Regierung.

Auch die nordirischen Unionisten reagierten ausgesprochen unentspannt.

Trump wiederum bezeichnete eine Wiedervereinigung später als „ziemlich coole Sache“ und scherzte darüber, dass Journalisten ihn mit solchen Fragen ohnehin nur hereinlegen wollten.

Damit erreichte internationale Diplomatie eine neue Qualitätsstufe.

Jahrzehntelang hatten Präsidenten, Regierungschefs und Vermittler versucht, bei Nordirland besonders vorsichtig zu formulieren.

Trump benötigt dagegen drei Kategorien:

großartig, fantastisch und ziemlich cool.

Vermutlich liegt auf seinem Schreibtisch bereits der nächste Friedensplan:

Nordirland kommt zu Irland, Irland bekommt ein schönes Logo, Großbritannien erhält zum Trost einen Golfplatz – und am Ende unterschreiben alle mit einem sehr großen Filzstift.

Problem gelöst.

Zumindest bis jemand die Beteiligten fragt.

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