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POLITIK

BSW heißt jetzt BSW: Sonst ändert sich… BSW

admin · 01.10.2026 · 2 Min. Lesezeit
Grafik: BSW heißt jetzt BSW: Rebranding für Profis
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Deutschland kann aufatmen. Eine der drängendsten organisatorischen Fragen unserer Zeit ist beantwortet: Das BSW heißt jetzt BSW.

Damit ist gelungen, woran Marketingabteilungen normalerweise monatelang arbeiten: einen Namen komplett zu ändern und anschließend dafür zu sorgen, dass auf den ersten Blick niemand etwas davon bemerkt.

Aus dem bisherigen Bündnis mit Sahra Wagenknecht im Namen wird das „Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft“. Das Kürzel BSW bleibt erhalten. Ein Vorgang, der ungefähr so wirkt, als würde Mercedes künftig für „Mobilität, Effizienz, Reifen, Klimaanlage, Espresso und Sitzheizung“ stehen, aber vorsichtshalber weiter Mercedes heißen.

Die Partei selbst hatte den Wechsel schon länger vorbereitet. Der Name der Gründerin sei von Anfang an nur als Übergangslösung gedacht gewesen. Anders gesagt: Sahra Wagenknecht war offenbar die politische Starthilfe. Jetzt läuft der Motor, und das Namensschild darf zurück in den Werkzeugkasten.

Besonders bemerkenswert ist die elegante Rettung des Kürzels. Denn das BSW hat erkannt, was Unternehmen seit Jahrzehnten wissen: Hat man endlich drei Buchstaben in die Köpfe der Bevölkerung geprügelt, wirft man sie nicht einfach weg. Schließlich könnte jemand versehentlich etwas Neues lernen müssen.

Das Prinzip erinnert tatsächlich an den legendären Werbespruch „Raider heißt jetzt Twix“. Nur hat das BSW die Methode perfektioniert: BSW heißt jetzt BSW. Sonst ändert sich vor allem die Erklärung dafür, was BSW bedeutet.

Die neue Langfassung bringt zudem einen entscheidenden Vorteil: Sie klingt bereits wie das Inhaltsverzeichnis eines Koalitionsvertrags.

„Soziale Gerechtigkeit“ – hervorragend.

„Wirtschaftliche Vernunft“ – ebenfalls hervorragend.

Man wartet eigentlich nur noch auf „bezahlbares Wohnen“, „sichere Renten“, „funktionierende Schulen“ und „kostenlose Parkplätze direkt vor dem Bäcker“, dann wäre der Name zugleich vollständiges Wahlprogramm.

Für politische Talkshows eröffnet sich allerdings ein logistisches Problem. Moderatorinnen und Moderatoren müssen künftig entscheiden, ob sie den vollständigen Namen aussprechen oder direkt zur nächsten Sendung überleiten.

Auch für Parteimitglieder dürfte der Übergang angenehm verlaufen. Fahnen? Weiter verwendbar. Kugelschreiber? Weiter verwendbar. Kaffeetassen? Weiter verwendbar. Twitter-Hashtags? Kein Problem. Selbst vergessene Kartons mit alten BSW-Aufklebern besitzen plötzlich den Status nachhaltiger Parteikommunikation.

Politisches Rebranding war selten ressourcenschonender.

Und Sahra Wagenknecht?

Ihr Name verschwindet zwar vom Etikett, die Partei selbst bleibt selbstverständlich dieselbe politische Organisation. Das ist ungefähr so, als entfernte eine Brauerei das Porträt ihres Gründers von der Flasche und verkündete anschließend stolz: Das Bier heißt jetzt Zukunft.

Deutschland erlebt damit einen bemerkenswerten historischen Moment der Markenpflege:

Das BSW hat seinen Namen geändert, ohne seinen Namen zu ändern.

Raider hätte das nicht besser gekonnt.

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