Im Weißen Haus herrscht wieder diplomatische Hochkonjunktur. Donald Trump hat nach den Kongresswahlen beschlossen, sich den wirklich wichtigen Dingen zuzuwenden: Weltfrieden organisieren, Europa neu sortieren und nebenbei überlegen, ob vom Iran noch genügend übrig ist, um ihn ein weiteres Mal zu bombardieren.
Willkommen bei Trump International: Frieden, Krieg und Größenwahn aus einer Hand!
Im Oval Office kündigte der amerikanische Präsident einen gigantischen Deal mit Russland an. Nicht nur die Ukraine, sondern möglicherweise ganz Europa sei betroffen. Details? Geheim. Inhalt? Unbekannt. Begeisterung? Garantiert!
Trump erklärte, alle würden glücklich sein. Eine bemerkenswerte diplomatische Leistung, wenn man bedenkt, dass bislang offenbar nicht einmal alle Beteiligten wissen, worüber sie glücklich sein sollen.
Zuvor hatte Trump den russischen Gesandten Kirill Dmitrijew getroffen. Ukrainische Vertreter waren ebenfalls im Weißen Haus. Mit ihnen sprach allerdings Melania Trump, während ihr Ehemann das persönliche Gespräch mit der ukrainischen Delegation ausließ.
Die neue amerikanische Friedensformel: Russland bekommt einen Termin beim Präsidenten, die Ukraine bei seiner Frau und Europa vermutlich irgendwann eine Rechnung.
Melania bemühte sich unterdessen um eine dauerhafte Waffenruhe. Vielleicht wäre sie tatsächlich die geeignetere Friedensvermittlerin. Schließlich verfügt sie über langjährige Erfahrung darin, mit einem äußerst schwierigen Mann möglichst wenig zu sprechen.
Doch damit nicht genug Weltpolitik!
Während Trump Europa ein diplomatisches Überraschungspaket verspricht, beschäftigt ihn der Iran. Dort überlegt der Präsident, ob weitere Angriffe notwendig seien.
Er würde den Rest des Landes lieber nicht zerstören, erklärte Trump sinngemäß, könne es aber möglicherweise müssen.
Ein geradezu rührendes Bekenntnis zur Zurückhaltung! Vergleichbar mit einem Brandstifter, der versichert, er würde das Wohnzimmer wirklich ungern anzünden, müsse aber erst prüfen, ob der Rauchmelder ausreichend Respekt vor ihm habe.
Im Pentagon dürfte inzwischen ein neues Entscheidungsverfahren gelten: Bei Sonnenschein wird verhandelt, bei Bewölkung bombardiert und bei schlechter Laune beides gleichzeitig.
Internationale Diplomaten versuchen verzweifelt, Trumps Strategie zu entschlüsseln. Vermutlich lautet sie schlicht: Wer einen Krieg beendet, verdient den Friedensnobelpreis. Wer vorher noch einen anfängt, kann ihn sogar mehrfach beenden.
Europa wartet derweil gespannt auf seinen großen Deal. Vielleicht bekommt Putin eine Landkarte, Selenskyj eine Glückwunschkarte und Brüssel einen Gutschein für ein persönliches Gespräch mit Melania.
Am Ende könnte Trump tatsächlich Geschichte schreiben: als erster Friedensstifter, der gleichzeitig einen Feuerlöscher verkauft und darüber nachdenkt, ob er das Gebäude lieber vollständig abbrennen lässt.
Die Welt darf gespannt sein.
Denn bei Donald Trump gilt offenbar:
Frieden ist, wenn niemand mehr schießt. Krieg ist, wenn Trump erklärt, dass Frieden jetzt wirklich unmittelbar bevorsteht.
Und der nächste große Deal?
Der wird selbstverständlich wunderschön.
Falls hinterher noch jemand da ist, der ihn unterschreiben kann.




