Die Stadt Frankfurt präsentiert eine revolutionäre Lösung für bezahlbares Wohneigentum: „Eigenheim Flex ohne Preisgarantie“. Das Modell richtet sich an Familien, die schon immer davon geträumt haben, ein Haus zu besitzen, ohne sich dabei unnötig sicher zu fühlen.
Das Prinzip ist verblüffend einfach: Das Gebäude gehört der Familie, das Grundstück jemand anderem – und die Sorgen allen gemeinsam. Während das Haus mit zunehmendem Alter an Wert verlieren darf, wird der Boden darunter jährlich wertvoller. Damit entsteht erstmals eine Immobilie, bei der Dach, Fenster und Heizung verschleißen, während der Vorgarten Karriere macht.
Im neuen Premiumtarif kann sich eine bislang niedrige Erbpacht auf mehrere Tausend Euro im Jahr erhöhen. Fachleute sprechen von einer „behutsamen Anpassung“, weil „finanzieller Meteoriteneinschlag“ in kommunalen Beschlussvorlagen als zu emotional gilt. Die Berechnung basiert auf einem kleinen Prozentsatz des aktuellen Bodenwerts. Das klingt harmlos, ähnlich wie „ein wenig Hochwasser“ oder „eine geringfügige Öffnung der Flugzeugtür“.
Für betroffene Familien bietet die Stadt verschiedene Komfortoptionen. Im Tarif „Wohnen Basis“ dürfen sie das Haus weiterhin ansehen. „Wohnen Plus“ beinhaltet das gelegentliche Betreten des Grundstücks. Wer sich die Erbpacht nicht mehr leisten kann, wechselt bequem zu „Wohnen ohne Boden“. Dabei wird das Gebäude mithilfe kommunaler Zuversicht einige Zentimeter über dem Grundstück schwebend gedacht.
Optional steht das Paket „Sozialverträgliches Eigentum“ bereit. Die Eigentümer dürfen zunächst jahrzehntelang arbeiten, sparen und ihr Haus abbezahlen, bevor ihnen empfohlen wird, Wohngeld zu beantragen. Auf diese Weise verwandelt die Kommune selbstständige Hausbesitzer besonders effizient in staatlich betreute Härtefälle. Das spart den Umweg über eine echte Wohnungspolitik.
Auch Donald Trump soll von dem Konzept begeistert sein. Er hätte vermutlich sofort erklärt, der Boden unter jedem Haus sei der großartigste Boden der Welt – wunderschön, luxuriös und mindestens mit Goldadern tapeziert. Familien, die ihn nicht bezahlen können, seien schlicht schlechte Verhandler. Sein eigenes Anwesen würde selbstverständlich zum Bodenwert eines gebrauchten Golfballs besteuert.
Hinter der Satire steht ein realer Konflikt: In Frankfurt könnte die jährliche Erbpacht einer Familie nach einer Neuregelung von rund 400 auf 8.000 Euro steigen. Grundlage sind grundsätzlich zwei Prozent des aktuellen Bodenwerts. Das Modell, das eigentlich Eigentum ermöglichen soll, kann dadurch für Bestandsbewohner und junge Familien zur finanziellen Belastung werden.
Die Stadt betont dennoch, Eigentum werde weiterhin gefördert. Es müsse lediglich neu definiert werden: Das Haus gehört der Familie, der Boden gehört der Stadt und die Zukunft gehört der zuständigen Vollstreckungsstelle.




