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POLITIK

Berlin vor der Wahl: Links führt, CDU sucht schon mal den Ausgang

admin · 11.09.2026 · 2 Min. Lesezeit
Grafik: Berlin vor der Wahl: Linke führt, Chaos bleibt
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Berlin hat wieder eine Wahlumfrage – und damit offiziell einen weiteren Grund, warum in der Hauptstadt niemand mehr behaupten kann, Langeweile sei ein Problem.

Nach einer aktuellen Infratest-dimap-Erhebung liegt die Linke mit 21 Prozent knapp vor der CDU mit 20 Prozent. Dahinter folgt die AfD mit 18 Prozent. Die Grünen kommen auf 16 Prozent, die SPD auf 12 Prozent. Das BSW würde mit vier Prozent draußen bleiben.

Für Berlin bedeutet das: praktisch alles ist möglich – außer einer einfachen Regierungsbildung.

Die Linke darf sich zunächst freuen. Spitzenkandidatin Elif Eralp führt mit einem Prozentpunkt Vorsprung. In normalen Ländern nennt man das „knapp“. In Berlin dürfte bereits geprüft werden, ob man dafür vorsorglich einen Sonderausschuss, drei Bezirksbeauftragte und ein Beteiligungsverfahren braucht.

Die CDU verliert dagegen einen Punkt und liegt nun auf Platz zwei. Das ist besonders unangenehm, weil die Partei derzeit mit der SPD regiert und der bisherige Regierende Bürgermeister Kai Wegner seine erneute Spitzenkandidatur bereits aufgegeben hat.

Der Grund war die Debatte um falsche Angaben während des großen Stromausfalls.

Damit hat die Berliner Politik inzwischen sogar eine passende Metapher für ihren eigenen Zustand gefunden: Das Licht ist aus, und anschließend streitet man darüber, wer behauptet hat, eine Taschenlampe zu besitzen.

Die SPD verbessert sich immerhin um einen Punkt auf zwölf Prozent. Zwölf Prozent sind in Berlin inzwischen offenbar ein Erfolgserlebnis. Früher hätte eine Volkspartei bei solchen Zahlen einen Krisengipfel einberufen. Heute bestellt sie wahrscheinlich Kuchen.

Allerdings wurden kurz vor Veröffentlichung der Umfrage strafrechtliche Ermittlungen gegen SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach bekannt. Er weist die Vorwürfe der Bereicherung zurück.

Für die Berliner SPD eröffnet sich damit eine völlig neue Wahlkampfstrategie: Nicht mehr „Wir machen Berlin besser“, sondern zunächst einmal „Bitte warten Sie mit Ihrer abschließenden Meinungsbildung.“

Auch die Grünen verlieren zwei Punkte und landen bei 16 Prozent. Das dürfte dort die beliebte Diskussion auslösen, ob die eigene Politik schlecht angekommen ist – oder lediglich von den Wählern erneut nicht richtig verstanden wurde.

Und dann ist da noch das BSW mit vier Prozent.

So nah am Parlament und doch so fern. Politisch betrachtet ungefähr wie ein Fahrgast, der der U-Bahn noch hinterherläuft, während die Türen bereits piepen.

Bis zur Wahl am 20. September bleibt allerdings Bewegung möglich. Weitere Umfragen folgen.

Berlin darf also gespannt sein.

Denn aktuell weiß niemand genau, wer künftig regieren wird.

Aber eines scheint sicher:

Es werden mehrere Parteien nötig sein – und wahrscheinlich anschließend mehrere Jahre Therapie.

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